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Sternwartenbau
Zur Vorgeschichte: Ich hatte ja schon längere Zeit vor, mir eine eigene Schiebedachhütte zu bauen,
aber nie so richtig die Zeit dafür gefunden. Bisher hatte ich das Teleskop in der Garage stehen
und zum Beobachten immer alles in den Hof geschleppt und aufgebaut. Somit stand auch das Auto immer
im Hof, was ja nicht weiter tragisch ist, aber es wird ja auch mal wieder Winter! Am Morgen des
7. November 2006 war es soweit, dass Auto komplett zugefroren und ich hasse eiskratzen. Also das
Astroequipment muss raus aus der Garage, aber wohin? Wieder ins Gartenhaus? Nö, das gibt Ärger
mit der Chefin, deswegen hatte ich es da ja weggeräumt. Lange Rede, kurzer Sinn, die Schiebedachhütte
muss her und zwar sofort! Nach diesem spontanen Entschluss genügte ein kurzer Blick in mein Holzlager
um festzustellen,dass das wichtigste Material da ist um anzufangen. Bewaffnet mit 4 Holzpflöcken, Hammer
und Meterstab bin ich in den Garten marschiert, an meinen alten Beobachtungsplatz, um zu schauen wo
genau die Hütte hin muss. Ausmessen, abstecken, genau da kommt sie hin! Flugs den Spaten geholt,
aber stop, wie bring ich das meiner besseren Hälfte bei? Das beste Argument, das Auto steht wieder
da wo es hingehört und in der Garage sieht's nicht mehr aus wie auf einem Astroflohmarkt.
Am Abend des 7, gemütlich auf dem Sofa bei einem Gläschen Wein, hab' ich dann in einem Nebensatz
erwähnt, dass morgen der Bau der Sternwarte beginnt, bzw. sagte ich "Wenn Du in den Garten gehst,
pass auf, da stecken Holzpflöcke in der Wiese". "Wieso?". "Na da kommt die Sternwarte hin!" Die
Antwort hat mich dann völlig überrascht "Ja, prima, das hast Du ja schon länger vor". Wow, jetzt
war ich völlig platt, aber ich hatte meine Genehmigung und damit war klar, ab jetzt gilts!
8. November 2006, 1.Tag
Fundament und Grundkonstruktion
Es sollte eine Schiebedachhütte mit Pultdach werden und nicht zu groß, um
Windlast und Schneelast in Grenzen zu halten. Ausrichtung Süd-Ost, da hier
die wenigsten Hindernisse sind um auf Horizonthöhe zu kommen.
Die Grundkonstruktion steht auf 4 Bodenhülsen aus dem Baumarkt, 90 cm tief
eingeschlagen, die dann im Fundament mit einbetoniert werden.
Fundamenttiefe 40 cm. Eine Schwierigkeit war die leichte Hanglage, aber
das gibt an der Eingangstür dann eine Stufe.
9. November 2006, 2.Tag
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Das erste war, die Stromversorgung und die Netzwerkkabel einzubauen,
dann kam das Fundament für die Säule dran, 80 cm tief im
Boden versenkt und mit Leerrohr, um dann alle wichtigen Anschlüsse
direkt an der Montierungssäule zur verfügung zu haben.
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Dann die Fundamentseiten und die Kieslage für die Bodenplatte.
Zum Glück lag noch ein Kieshaufen im Garten, der vom Anlegen
der Gartenanlage übrig geblieben war, da hab ich den doch
glatt aufgeräumt.
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Die rollbaren Wandseiten hab' ich in der Werkstatt vorbereitet
und dann vor Ort zur Rolldachkonstruktion verbunden.
Vorher wurden noch die beiden 3,5 m langen Tragbalken montiert.
Das Ganze flugs verschraubt und fertig ist das Dach. Na ja,
nicht ganz, noch kann`s reinregnen.
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Die Beplankung für die Rolldachseiten und die Verlegeplatten
für das Dach sind jetzt auch verschraubt.
Damit ist jetzt zumindest mal der Deckel drauf und bin mit dem
heutigen Baufortschritt recht zufrieden.
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10. November 2006, 3.Tag
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Das in der Werkstatt vorbereitete, erste Wandteil ist auch
montiert und die Betonbodenplatte ist fertig.
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Sieht doch ganz gut aus. Allerdings war das Betonieren der
Bodenplatte eine ziemliche Plackerei. Den Betonestrich
in der Schubkarre anmischen und alles von Hand reinschaufeln.
Deswegen hat es auch den ganzen Tag gedauert, aber eins
muss heute noch unbedingt sein.
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Der erste Rolltest. Nachdem das zweite, schräge Wandteil
montiert ist, war es an der Zeit das Dach das erste Mal
aufzumachen und meine Überlegungen zur Dachkonstruktion
haben sich als richtig erwiesen. Das ganze Dach lässt
sich mit einer Hand bewegen.
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11. November 2006, 4.Tag
Nachdem die Ausgleichsrahmen unter den Tragbalken angebracht waren
konnte ich die Beplankung aus Verlegeplatten anbringen.
Damit ist der Rohbau fertig. Jetzt geht es in der Werkstatt weiter,
die Regale für die Inneneinrichtung, der PC-Platz und die Türe
müssen angefertigt werden. Weiter muss ich die Aussenverschalung
vorbereiten und die gesamte Technik installieren. Das wird einige
Tage dauern, aber ich denke, dass ich meinen Zeitplan, die Sternwarte
in 2 Wochen fertig zu stellen, einhalten kann.
17. November 2006, 10.Tag
Es ist vollbracht. Nach nur 10 Tagen Bauzeit ist die Schiebedachsternwarte fertig.
Was noch fehlt, ist der Aussenanstrich. Ich bin damit sogar noch unter meinem
Zeitlimit geblieben, jetzt bleibt nur noch, auf die erste klare Nacht zu warten
für das "First Light".
Aber noch etwas fehlt, ein Name für das gute Stück. Da ich Charles Messier
sehr verehre und auch schon einige Vorträge über sein Leben und Werk im
Planetarium gehalten hab' ist es eigentlich an der Zeit, ihm ein Denkmal zu setzen,
ein kleines zwar, aber immerhin. Somit gibt es seit diesem Tag das
Charles Messier Observatory Maselheim. In einem kleinen, unbedeutenden Ort
mitten in der oberschwäbischen Provinz.
ACHTUNG :
Was sich jetzt hier so leicht anhört, ist natürlich ohne 20-jährige
Berufserfahrung als Schreinermeister nicht zu machen. Zudem steht mir mein ehemaliger
Schreinereibetrieb, der fast noch komplett eingerichtet ist, immer noch zur verfügung.
Aber dieser kleine Bericht soll allen als Anregung dienen, selber kreativ zu werden.
Clear Skyes.
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